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16 | 08 | 2017
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12. Klassenrat PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Geschäftsstelle   
Freitag, den 15. Januar 2010 um 12:29 Uhr
SMOG e.V. testet neuen Baustein „Klassenrat“

Entstehung

Der Baustein „Klassenrat“ wurde vor drei Jahren entworfen und an unterschiedlichen Schulen in verschiedenen Klassen der hiesigen Region getestet. Die Grundschule Thalau hat, ob der guten Erfahrungen, das Konzept als festen Bestandteil in das Schulprogramm für alle Klassen verbindlich aufgenommen. Die Umsetzung wurde mit einem gut besuchten Elternabend am 12.1.2010 begonnen. Vor  32 Eltern und der örtlichen Presse wurde das Konzept von Claudia König, SMOG e.V., zusammen mit der Schulleiterin Sabine Hackspacher in Gegenwart der beiden Vorsitzenden von SMOG e.V., Erwin Maisch, und Jollydent e.V., Dr. Wolfram Geiger, vorgestellt.

Die Umsetzung des Konzepts als Pilotprojekt finanzieren SMOG e.V. und Jollydent e.V. aus Vereinsmitteln.

Wer hatte die Idee zu dem Konzept?

Das Konzept „Klassenrat“ wurde von Frau Claudia König auf dem Hintergrund wissenschaftlich fundierter, zeitgemäßer Erziehungsmethoden und den Grundlagen für wertschätzende Kommunikation entwickelt. Claudia König ist als Referentin  der Elternschule für den Verein SMOG e.V. tätig. Sie ist Familientherapeutin und als systemische Beraterin Ansprechpartner für alle Erziehungsfragen in Familien und Schulen.

Der Klassenrat gibt Antwort auf die in den Schulen sehr oft vorhandenen Probleme im  kommunikativen Miteinander.

Der Klassenrat gibt Antwort auf die in Schulen sehr oft vorhandenen Probleme im kommunikativen Miteinander und konkretisiert sinnvolle Strategien anstehende Themen, Probleme, Konflikte in Schulklassen mit Lehrern und Schülern gemeinsam zu lösen. So wird die Klassengemeinschaft gefördert und das Selbstwertgefühl eines/r jeden Schülers/in gestärkt.

 

Welche Ziele sind am wichtigsten für das Projekt?

Kollektives Umdenken und gegenseitige Akzeptanz und Anerkennung, die durch die Beratungen innerhalb der Klasse gelernt und trainiert werden, sensibilisieren und stabilisieren die Kinder im Umgang miteinander.

Sämtliche Prinzipien der Interaktion und Sozialität werden aktiv geübt und nicht nur anhand der Theorie individuell und theoretisch erarbeitet; Beispiele aus dem jeweiligen Kontext der Klasse, aktuelle Probleme und Unstimmigkeiten bieten hierfür die Grundlage. Damit verliert der Stoff an Abstraktion und gewinnt an Authentizität.

Folgende Menschen und Institutionen machen mit:

- SMOG e.V.

- Jollydent e.V. (als Partnerverein von SMOG beteiligt sich an der Finanzierung)

- Staatliches Schulamt Fulda (unterstützt das Konzept)

- Schulleitung und der gesamte Lehrkörper der Grundschule Thalau (Das Konzept wurde in 
  das Schulprogramm als fester Bestandteil aufgenommen.)

- Die Eltern der Kinder in den Klassen 1-4 der Grundschule Thalau stehen geschlossen hinter 
  dem Konzept

- Alle Schüler/innen der Klassen 1-4 der Grundschule Thalau machen mit

- Johann-Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt/Main
 
(führt eine wissenschaftliche Evaluation des Konzepts durch)

Und das machen wir genau:

Der „Klassenrat“ findet in jeder Klasse der Grundschule einmal pro Woche in einer festgelegten Schulstunde regelmäßig statt. Er tritt nie aus aktuellen Anlässen zusammen, er ist ein festgelegtes „Ritual“ in der Klasse. Mit Hilfe des „Klassenrates“

lernen Kinder und Lehrer/innen, gemeinsam und offen über wichtige Angelegenheiten in der Klasse zu reden und zu beraten.

Ziel ist es, dafür einen geschützten Rahmen gegenseitiger Anerkennung und Gleichwertigkeit zu schaffen.

Denn erst dieser ermöglicht, gemeinsam nach einer kooperativen Lösung zu streben, die für alle Beteiligten akzeptabel ist.

So fördert der „Klassenrat“ die Kooperation und das Gefühl der Verpflichtung gegenüber den gemeinsam festgelegten Zielen und Aufgaben.

Die „Klassenratstunde“ (45 Minuten) als Bestandteil des Lehrplanes läuft wie folgt ab:

Ermutigung  - Eröffnung der Sitzung und positive Runde

(Jede/r Teilnehmer/in beschreibt eine ihr in der Woche aufgefallene positive Verhaltensweise eines/er Mitschülers/in oder des/der Lehrers/in. So lernen alle, die positiv bewerteten Verhaltensweisen der Mitschüler/innen und Lehrer/innen kennen.)

Rückmeldung  - Überprüfung und Rückmeldung zu den Beschlüssen von der letzten
                                               Klassenratrunde

 Neues Thema - Abfragen der zu klärenden Anliegen und Probleme

(In der Klasse hängt ein Board, an dem alle (Schüler/innen und Lehrer/innen) ein Thema anpinnen können, das im nächsten

„Klassenrat“ behandelt werden soll, z.B. Gestaltung der Klassenwanderung, Streit auf dem Schulhof, Ausgrenzung einzelner.)

 Beratungsrunde - Besprechung des Anliegens/ Problems

(Alle sind in der Beratungsrunde gleichberechtigt. In der Grundschule leitet der Lehrer die Beratung. In den älteren Klassen übernimmt ein/e Schüler/in diese Aufgabe. Sprechen darf nur der, der einen „Sprechstein“ in der Hand hält. Dadurch kommen alle zu Wort und alle lernen das Zuhören.)

 (evtl.) Beschluss - Lösungssuche und Vereinbarung/ Protokoll

(Ein/e Lehrer/in bzw. ein/e Schüler/in führt das Protokoll über die Beschlüsse, die dann für alle in der Klasse, einschließlich  Lehrer/in verbindlich sind.)

 Blitzlichtrunde  - Feedback und Schließung der Sitzung

(Wie habe ich die Sitzung empfunden, wie zufrieden war ich.)

Welche Rolle haben Kinder in dem Projekt?

Die Kinder bringen sich im „Klassenrat“ gleichberechtigt und aktiv in die Beratungen ein. Sie lernen die positiven Seiten von einander kennen, disziplinieren sich bei der Gesprächsführung durch die Regeln (Ich darf nur reden, wenn ich den „Sprechstein“ habe.) und erarbeiten gemeinsam Lösung für anstehende Themen und Probleme in der Klasse. Sie lernen, sich an den gemeinsam getroffenen Beschluss zu halten.

Was verändert sich für wie viele Kinder durch das Projekt konkret?

Die Kinder machen im „Klassenrat“ begeistert mit, weil sich jeder einbringen kann. Das eher zurückhaltende Kind wird ermutigt, sich einzubringen, Kinder, die sich gerne in den Vordergrund drängen, lernen, sich zu disziplinieren. Das Selbstwertgefühl der Kinder steigt, die Klassengemeinschaft wird deutlich gefördert. Die Lehrkräfte gewinnen mehr Zeit für den Unterricht, da anstehende Probleme nicht in dem Allgemeinunterricht angesprochen werden müssen. Die Eltern wissen, wie

Probleme in der Schule abgearbeitet werden und unterstützen und ermutigen ihre Kinder, sich aktiv im „Klassenrat“ einzubringen.

Welcher besonderen gesellschaftlichen Herausforderung stellt sich das Projekt und wodurch ist es innovativ?

Das Projekt „Klassenrat“ ist eine Möglichkeit, mit der man in Schulen den Problemen im Umgang miteinander und der Gewalt begegnen kann. Es fördert das Selbstwertgefühl der Kinder und übt demokratische Verhaltensweisen ein.

Der „Klassenrat“ ist ein Teil eines umfassenden Gesamtkonzepts von SMOG, das Gewalt und Sucht mit derzeit 11 Bausteinen entgegentritt und das nachweislich und wissenschaftlich begleitet erfolgreich in der Region Osthessen (ca. 500.000 Einwohner) umgesetzt wird.

Der „Klassenrat“ ist auf andere Regionen übertragbar.

 

 

 

 

 

Frau König übt mit den Eltern in der Grundschule in Thalau den „Klassenrat“

 

 

 

 

Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 15. Januar 2010 um 13:41 Uhr
 
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